Chaos im Kopf? – Stoppen Sie Ihre Monkey-Minds

Victor Habbick at FreeDigitalPhotos.netKennen Sie das? Sie wollen Abschalten, aber Ihr Gedankenkarussell kommt einfach nicht zum Stehen. Wünsche, Pläne, Ängste, Erinnerungen, alles purzelt wild durcheinander, ungezügelt und ohne, dass wir es bewusst herbeigeführt hätten. Gedanken kommen und gehen, scheinbar ohne direkten Auslöser. Solche Gedankenfluten nennt man Monkey-Minds und die lassen sich zügeln, wenn man weiß wie!

 Denken ohne Unterlass

Wie schön wäre es, wenn man einfach nur auf einer Parkbank sitzen könnte, um die Sonne und die Stille zu genießen. Wenn es da nur nicht pausenlos im Oberstübchen rattern würde. Doch kaum kommt man zur Ruhe, schon schieben sie sich ins Bewusstsein: vergangene Geschehnisse, die Sorgen um die Zukunft, Wünsche, Ängste und dann drängeln sich auch noch die banalsten Alltagsgrübeleien dazwischen. Ganz zu schweigen von den Beurteilungen, Kommentaren und der Kritik, die in unserem Kopf umherwirbeln. Einen klaren Gedanken zu fassen, scheint unmöglich. Ein Gedankenblitz verdrängt den nächsten, ohne Unterlass. Der ganz normale Wahnsinn?

Für all das gibt es einen Begriff: Monkey-Mind. Der kommt aus der buddhistischen Lehre und beschreibt die Tätigkeit eines ruhelosen und scheinbar unkontrollierbaren Geistes. So wie ein Affe von Ast zu Ast schwingt, springt auch unser Geist unerlässlich von einem Gedanken zum nächsten. Dabei eilt er durch die Zeit, vermischt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Erzeugt scheinbar ungezügelt eine unendliche Menge von Ideen, Ängsten, Meinungen und Erwartungen. Jeder Außenreiz führt zu einem neuen Gedanken.

Mentale Gelassenheit kann man lernen

80.000 Gedanken pro Tag und die meisten davon laufen wie ein Film in unserem Kopf ab, ohne dass wir uns dessen bewusst werden. Dieser ungeheuren Gedankenwelt müssen wir uns erst einmal gewahr werden. Erst dann können wir sie zügeln und die Herrschaft wieder selbst in die Hand nehmen. Denn abstellen kann man sie nicht, aber wir können achtsamer mit ihnen sein. Achtsamkeit ist eine Fähigkeit, die jeder kann, die viele nur vergessen haben. Achtsam sein bedeutet, sich auf das Hier und Jetzt einzulassen, auf den Moment zu achten, nicht auf den einzelnen Gedanken. Durch achtsames Beobachten können Sie nützliche von unnützen Gedanken unterscheiden und die negativen rausfiltern bevor sie für unangenehme Gefühle sorgen.

Achtsames Bewusstmachen der Gedanken hat aber nichts mit „positivem Denken“ zu tun. Nicht die Gedanken sollen verändert werden, sondern der Umgang mit ihnen. Denn natürlich kann es sinnvoll sein, über manche Situationen längere Zeit nachzudenken. Es geht darum, sie bewusst wahrzunehmen, die Denkgewohnheiten zu erkennen. Wenn wir einen Schritt zurücktreten, tief durchatmen und dann genau hinhören, welche Gedanken jetzt gerade auftauchen, dann kann man sie aus einer gewissen Distanz betrachten. Und wir können aufhören zu bewerten. Leider neigen wir dazu, permanent alles und jeden zu kommentieren. Achtsam zu sein bedeutet auch, bewertungsfrei zu betrachten. Eine einfache Übung dazu ist, sich auf seinen Atem zu konzentrieren und dadurch Abstand zu den Gedanken zu schaffen. Und wenn sie sich wieder in den Vordergrund drängeln wollen, sagen Sie „Stopp“. Anfänglich müssen Sie das wahrscheinlich ziemlich oft sagen, es wird aber besser, versprochen.

Das Gedankenkarussell können wir nicht anhalten, das liegt in unseren Genen, aber wir können durch Beobachten die guten von den schlechten Gedanken unterscheiden. Damit bestimmen wir bewusst, welchem Gedanken wir welchen Raum geben wollen. So sind Sie Ihrer Gedankenflut nicht länger hilflos ausgeliefert.

Bildnachweis: Victor Habbick at FreeDigitalPhotos.net

4 Comments on “Chaos im Kopf? – Stoppen Sie Ihre Monkey-Minds

  1. Wenn das alles so einfach wäre. Ich stehe noch total am Anfang und kann oft lange nicht „abschalten“. Besonders wenn ich mich über etwas geärgert habe, dann dauert einige Tage bis darüber hinweg bin. Doch selbst das merke ich erst viel später.

    • Hallo Olivia,
      du hast recht, einfach ist das Abschalten nicht, das muss geübt werden. Versuche mal „gedanklich laut“ Stopp zu sagen, sobald du bemerkst, dass du über ein Problem nachdenkst oder dich gerade über was ärgerst. Und wenn du dich beim Grübeln erwischst, dann schreib den Grundgedanken, das Thema auf und beantworte dir die Frage schriftlich: Wie kann die Lösung aussehen? Wer kann mich dabei helfen? Je häufiger du das anwendest, desto einfacher wird es mit der Zeit.
      Dabei ist es aber wie mit fast allem im Leben, DU musst anfangen und dabei bleiben.
      Es lohnt sich aber, denn das Leben wird dadurch ein kleines Stückchen leichter. Versprochen!
      Alles liebe
      Monika

  2. Vielen Dank für den guten Artikel! Mir gelingt der Stressabbau in letzter Zeit auch immer besser!

    • Hab vielen Dank für deine netten Worte. Ich wünsche dir auch weiterhin viel Erfolg beim Abbau.
      Liebe Grüße Monika

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