Color is Life – Oder: Warum Farbe Einfluss auf unsere Laune hat

Young woman muse with creative body art and hairdoFarben beeinflussen uns mehr, als uns bewusst ist. Manche lösen positive Emotionen aus, manche negative. Jede Farbe hat eine andere Wirkung auf unsere Psyche und unseren Körper. Mit welcher Farbe wir uns in unserem Zuhause umgeben und welche wir in unserer Kleidung tragen, verrät viel über uns, denn sie gibt Rückschlüsse auf unsere Stimmung. Aber nicht nur der eigentliche Farbton wirkt, sondern auch die Sättigung und die Farbtemperatur spielen eine große Rolle.

Das Leben ist voller Farbe. Eigentlich ein Geschenk der Natur, auch wenn man meinen könnte, sie seien eine Erfindung der Mode- oder Werbeindustrie. Doch jetzt im Frühling zeigt sich die Natur von ihrer buntesten Seite. Rosa Kirschblüten, gelbe Narzissen, rote Tulpen, hellgrüne Sprösslinge, selbst die   Städte zeigen sich jetzt farbenfroh. Das löst gute Laune aus. Die Menschen lächeln wieder häufiger und das tut der Seele so gut. Kein Wunder, denn Farben haben einen enormen Einfluss auf unsere Gefühle.

Mit der richtigen Farbe gute Laune verbreiten

Farben wirken auf vielfältige Weise auf den Körper und die Psyche und somit auf unsere Stimmung, unabhängig davon, ob wir das wollen oder nicht. Jede Farbe und jede  Farbnuance hat ihre eigene Qualität und Wirkung. Denn jede Farbe besitzt eine spezifische Wellenlänge und Energie, die von unserem Körper aufgenommen wird. Auf dieser wissenschaftlichen Erkenntnis basiert die Lichttherapie, wofür Professor Nils Finden schon 1903 den Nobelpreis für Medizin bekam.

Farben können heilen oder krank machen. Blaues Licht wirkt beispielsweise kühlend, rotes Licht hingegen wärmend und anregend. In einem blauen Raum wird die Heizung deshalb höher eingestellt  als beispielsweise in einem gelben. Orangetöne fördern das Wohlbefinden, weil sie uns an die Sonne erinnern. Grautöne (graue Wände oder Decken) machen depressiv. Je dunkler das Grau, desto stärker wird der negative Einfluss auf den Seelenzustand. Und fehlende Energie holen wir uns meist unbewusst durch die entsprechenden Farben. Plötzlich haben wir Heißhunger auf grüne Paprika oder rote Tomaten, oder wir kaufen spontan eine gelbe Blume.

Helle Farben wirken leicht und freundlich, stimmungsaufhellend und geben uns das Gefühl von Weite. Dunkle Farben erleben wir eher als düster und bedrückend. Warme Farben beruhigen und schaffen Nähe, kalte Farben empfinden wir eher als unpersönlich. Ein satter Farbton wirkt eher laut und aufdringlich, einen zarten Farbton erleben wir als zurückhaltend.

Farben können  auch unsere Entscheidungen beeinflussen. Die Schwingung der Farbe löst Gefühle und Assoziationen aus, je nach verinnerlichter Erfahrung und kulturellem Hintergrund. Rot lässt uns beispielsweise sofort aufmerksam werden, Orange löst weltweit Optimismus aus. Weiß ist in unseren Breitengraden die Farbe der Unschuld und findet sich deshalb in Tauf- und Brautkleidern wieder, in anderen Kulturen gilt Weiß als die Farbe der Trauer.

Und so wie sich die Farbaussage je nach Kultur wandelt, so lässt sich die Farbwahrnehmen verändern. Koffein erhöht beispielsweise die Grünempfindlichkeit unserer Augen. Bei Menschen mit Diabetes und bei erhöhtem Alkoholkonsum ist die Blau-Sensitivität erniedrigt.

Kräftige Farben wirken intensiver

 ©swiked/Tumbir Und unser Gehirn hat so seine ganz eigene Art mit Farbe umzugehen. Das Foto eines Kleides löste weltweit hitzige Debatten aus. Man diskutierte heftig über die Farbe des Kleides. Ist es blau-schwarz oder weiß-golden? Schuld an der unterschiedlichen Sichtweise ist die Belichtung des Fotos. Im oberen Teil sind die Farben überbelichtet, weshalb es dort weiß-golden schimmert, im unteren Bereich ist das Foto normal belichtet, wir sehen aber ein starkes Licht am Rand, weshalb das Kleid eher dunkler wirkt, die Farben sehen hier eher blau-schwarz oder blau-golden aus.

Fällt der Blick jetzt zuerst auf den oberen Bereich, „erkennt“ unser Gehirn ein weiß-goldenes Kleid. Denn innerhalb von Millisekunden muss das Gehirn eine Entscheidung treffen, und das macht es aufgrund einer sogenannten Farbkonstanz, egal wie das restliche Bild ausgeleuchtet ist, übernimmt das Gehirn die Information für das komplette Bild. Wir erkennen Farben, weil Rezeptoren im Auge Lichtwellen analysieren. Jede Farbe lässt sich zwar bestimmten elektromagnetische Wellenlängen zuordnen, doch das Ergebnis ist nur eine Interpretation. Farben sind also nie objektiv bestimmbar, sie entstehen sozusagen im Auge des Betrachters.

Warum wir viel öfter Rot tragen sollten

In welche Farben wir uns kleiden, gibt ebenfalls Aufschluss über unsere momentane Stimmung. Kleiden wir uns beispielsweise in einer eher auffälligen Farbe, dann tun wir das, weil wir uns stark oder mutig fühlen. Geht es uns schlecht, tarnen wir uns wahrscheinlich eher mit einem unauffälligen „graue Maus“-Outfit. Durch Farbe können wir  unseren gesamten Look verändern.

Wollen wir Seriosität vermitteln, dann kleiden wir uns vielleicht in Blau- oder Grüntöne.  Wollen wir starke Aufmerksamkeit erregen, dann wählen wir eher kräftige Rot- und Gelbtöne. Mit der morgendlichen Kleiderwahl reagieren wir bereits unbewusst auf unsere Stimmung. Ist die mal nicht so gut, können wir aber genauso mit der entsprechend ausgewählten Kleidung gegensteuern. Wenn wir uns zu einer bestimmten Farbe hingezogen fühlen, kann das bedeuten, dass diese Farbe in unserem Leben fehlt und wir das mit der Kleidung ausgleichen. Was wollen Sie mit Ihrem Outfit aussagen?

Blau – und die Welt ist in Ordnung

Farben wirken auch auf die geistigen Aktivitäten. Orange, Grün und Hellblau steigern die Kreativität. Grün fördert die Konzentration und Gelb steht für Geist und Intellekt. Mehr als jede andere Farbe steht Rot für das Leben selbst und bringt uns Begeisterung. Aber nicht nur die Farben unserer Kleidung spielen eine erhebliche Rolle  in unserem Leben, sondern auch die Farben in unserem Alltag. In welchen Farben man wohnt sagt viel über das Innere eines Menschen aus. Mit welchen Farben umgeben Sie sich in Ihrer Wohnung? Ist sie farbig oder eher eintönig, oder leben Sie eher praktisch?

Viele Menschen lieben die Farbe Blau. Sie symbolisiert Sehnsucht und Frieden und steht für Ruhe und Vertrauen. Hellblau ist eher eine Farbe der Leichtigkeit, Sanftheit. Blau steigert die Stimmung und hat eine enorm beruhigende Wirkung. Grün steht für Balance, Harmonie und Hoffnung. In grünen Räumen vergeht die Zeit schneller, außerdem empfindet man störende Geräusche als weniger schlimm.

Wie bunt ist Ihr Leben?

Auf die Wirkung jeder einzelnen Farbe einzugehen, würde hier  eindeutig den Rahmen sprengen. Dazu gibt es auch genug gute Fachliteratur in den Buchläden.  Ich möchte Sie aber einladen, sich in Ihrem Leben nach den Farben umzuschauen, die Sie täglich umgeben.

  • Welche Farben gibt es in Ihrem Leben?
  • Wie sieht Ihr Alltag aus, bunt oder eher trist?
  • Sind es eher die praktischen Farben, mit denen Sie sich umgeben?

Ich möchte Sie ermutigen, Farbe in Ihr Leben zu holen. Das Leben ist nicht schwarz/weiß, auch wenn uns der Alltag manchmal grau vorkommt. Gerade dann sollten wir farbige Akzente setzen. Wir sollten viel häufiger darauf achten, welche Farbe uns guttut und weniger praktisch denken. Und uns mit all den Energie gebenden und Gute-Laune-machenden Farben umgeben. An Farbe kann man sich nicht satt sehen.

Bildnachweis: ©swiked/Tumbir - ©Nejron Photo-Fotolia

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