Die Macht des Selbstgesprächs

hyena reality at FreeDigitalPhotos.netWir tun es alle. Wir führen pausenlos innere Monologe, im Stau, beim Joggen, bei der Arbeit. Das ist ganz normal. Meistens finden sie nur im Kopf statt, manchmal auch laut. Erfahrungsgemäß geschieht es unbewusst, leider auch ungefiltert.

So ein Self-Talk findet statt in Form unserer Gedanken die wir zu uns selbst sagen. Ob es sich um so etwas Triviales handelt wie „Ich muss noch Milch kaufen“ oder „Ich komm zu spät“, oder um längere Dialoge mit sich selbst, das alles sind Selbstgespräche, die als eine Art Ventil dienen. Mal zur Beruhigung oder Aufmunterung, häufig zur Motivation, aber größtenteils zur Kritik. Und leider ist das, was wir uns selbst sagen, oft ziemlich respektlos. Wir kritisieren uns dabei in einer Härte, die, wären wir uns dessen bewusst, uns die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Wir beschimpfen uns und es ist kaum zu glauben, wie oft wir uns derbe Kraftausdrücke an den Kopf werfen, uns entmutigen, zusammen stauchen oder schlecht machen. Dabei geht es ständig um das eigene Versagen. Wir bemerken es nur nicht, weil diese inneren Botschaften meist unbewusst ablaufen.

Auf die Wortwahl kommt es an

Wie kommunizieren Sie mit sich? Sprechen Sie respektvoll über sich oder sagen Sie eher Sätze wie: „man bin ich blöd“, oder „wie konnte ich nur so bescheuert sein“. Wird der Tonfall lauter, wenn Sie einen Fehler gemacht haben? Ist Ihre persönliche Konversation eher Motivator oder Inquisitor?

Selbstgespräche haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Denn es macht einen riesigen Unterschied aus, ob wir sagen „das wird klappen“, oder ob wir uns runterziehen mit einem „geht eh wieder schief“. Jede dieser Aussagen prägt unser Selbstbild. Wenn wir uns ärgerliche Gedanken machen, dann spüren wir Ärger. Denken wir hoffnungslos oder erfolglos, dann bleiben wir erfolglos. Denken wir über uns entmutigend, zweifelnd und unsicher, wird sich das ganz sicher auf unseren Selbstwert auswirken. Denken wir aber zuversichtliche liebevolle Gedanken, dann unterstützen wir und das gibt ein gutes Gefühl.

Selbstbotschaften richtig einsetzen

Wenn wir anfangen uns aufmerksam zuzuhören, dann wird uns wahrscheinlich erst einmal ganz anders. Ein Weg aus diesem Dilemma führt über das Bewusstsein. Wenn man bewusst auf die Wortwahl achtet und aufmerksam ist bei allen ICH-Sätzen, kommt man sich schnell auf die Schliche. Machen Sie sich bewusst, in welchen Situationen Sie wie über sich denken. Welche Gefühle tauchen dabei auf? Wie würden Sie reagieren, wenn jemand anderes so über Sie sprechen würde? Seien Sie ehrlich zu sich, Beschönigungen bringen Sie nicht weiter. Bleiben Sie achtsam, analysieren Sie, ohne zu bewerten. Wenn man erkennt, dass die Art der Selbstgespräche über die Grundstimmung und das Wohlbefinden entscheiden, dann ist das ein erster Schritt hin zu mehr Lebensfreude und Zufriedenheit.

4 Schritte zum effektiven Monolog

1. Keine negativen Aussagen mehr wie „Das schaffe ich wieder nicht“. Sprechen Sie respektvoll mit sich, genauso wie Sie mit anderen Personen reden würden. Mit der Zeit verfestigen sich dann die neuen Denkmuster.

2. Keine Pauschalisierungen wie „ständig passiert mir das“, „nie klappt das“. Solche Aussagen schwächen und untergraben Ihr Selbstwertgefühl enorm.

3. Und bitte keine Konjunktive, wie „hätte“, „wäre“ oder „sollte“. Unser Gehirn denkt nur in der Gegenwart. Stellen Sie sich lieber Fragen wie „Wie kriege ich das hin?“, „Warum ärgere ich mich jetzt?“, „Was regt mich daran so auf?“.

4. Spornen Sie sich an. Unterstützen Sie sich gezielt in bestimmten Situationen durch motivierende Worte. Ergründen Sie, was Sie motiviert. Listen Sie alles auf, was Ihnen dazu einfällt um es künftig griffbereit in Ihrem Kopf zu haben.

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