Sagen Sie schlechten Angewohnheiten für immer ade!

Stuart Miles2 at FreeDigitalPhotos.netJeder kennt sie und jeder hat sie: schlechte Angewohnheiten. Dabei handelt es sich lediglich um antrainierte Verhaltensmuster, die sich auch wieder ändern lassen.
Sie brauchen nur die richtige Strategie. 

Für den einen ist es der allabendliche Griff zur Schokolade, für den anderen das Nägelkauen oder das tägliche Feierabendbier. Auf den ersten Blick eher harmlose Dinge, die uns aber oft genug zur Verzweiflung bringen. Viele Menschen nehmen sich vor aus dem alten Trott aus zu steigen. „Nie wieder“ sagt sich dann schnell, solche Vermeidungsvorsätze dienen aber eher dazu, die unerwünschten Verhaltensweisen beizubehalten. Denn je häufiger wir sagen, etwas nicht mehr zu tun, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir es doch wieder machen. Zu schnell sind dann die guten Vorsätze verflogen und zurück bleibt Resignation. Auch gute Vorsätze wie „ab heute jogge ich jeden Morgen“, kennen wir zur Genüge und doch helfen Sie uns nicht wirklich bei der Umsetzung festgefahrener Gewohnheiten. Eigentlich ist es gar nicht so schwer etwas zu ändern, wenn man ein paar Punkte beachtet und nicht zu schnell aufgibt.

Veränderung braucht Mut

Als erstes sollte die Entscheidung feststehen, etwas ändern zu wollen. Das klingt einfach. Hinterfragen Sie aber einmal Ihr Motiv. Ist es Ihr fester Wille etwas ändern zu wollen oder ist es nicht eher ein „eigentlich sollte ich mich mehr bewegen“ oder „man müsste“. Wenn ja, werden Sie garantiert scheitern. Nur wenn Sie wirklich für Veränderungen bereit sind, finden Sie die Kraft durchzuhalten. Dabei geht es um mehr als nur um einfaches Durchhalten, es geht um mentale Kraft, innere Stärke und um Ihre innere Einstellung. Veränderung beginnt immer im Kopf.

Schon die alten Philosophen wussten: „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.“

Treffen Sie bewusst die Entscheidung etwas verändern zu wollen und dann schließen Sie einen schriftlichen Vertrag mit sich selbst ab. Definieren Sie darin ganz klar Ihr Ziel. Und räumen Sie sich eine überschaubare Zeitspanne ein, denn nur ein realistischer Plan lässt sich umsetzen. Bevor Sie beschließen, für den Rest Ihres Lebens auf Schokolade verzichten zu wollen, beginnen Sie erst einmal für die nächsten vier Wochen. Und vergessen Sie nicht, sich für jedes Etappenziel zu belohnen. Dass Angewohnheiten so hartnäckig sind, liegt auch daran, dass sich unser Gehirn zu jeder Gewohnheit einen Auslösereiz merkt. Wenn Sie also beim Schauen Ihrer Lieblingsserie immer zur Schokolade greifen, dann wird wahrscheinlich schon die Titelmelodie reichen um Sie an die Süßigkeiten im Schrank denken zu lassen. Finden Sie also Ihre Auslöser, dann können Sie versuchen, sie zu umgehen.

Ohne Selbstmotivation geht es nicht

Gewohnheiten sind Routine, die entsteht, wenn Handlungen immer wieder gemacht werden. Je öfter etwas regelmäßig wiederholt wird, desto stärker verankert es sich im Gehirn. Häufige Wiederholungen führen also zur Routine, egal ob man eine neue Gewohnheit lernen oder eine schlechte ablegen will. Das bedeutet, dass wir nur lange genug dran bleiben müssen. Je häufiger und regelmäßiger wir also etwas tun, desto schneller schaltet unser Gehirn dann in den sogenannten Autopilot-Modus, das heißt, die Handlung geschieht unbewusst und läuft automatisch ab. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass nach zirka 21 Tagen aus einer neuen Handlung eine Routine entsteht. Unser Gehirn bildet dafür neue Verbindungen zwischen den Schaltstellen, den Synapsen. Wenn Sie beispielsweise künftig morgens joggen gehen wollen, dann sollten Sie das für mindestens 21 Tage am Stück durchhalten. Setzen Sie länger als einen Tag aus, müssen Sie von vorne beginnen. Eine Pause unterbricht die Festigung der gewünschten Gewohnheit sofort. Halten Sie aber die drei Wochen durch, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Ihr Gehirn an die neue Routine gewöhnt hat. Wir haben es also selbst in der Hand!

Eine schnelle Lösung gibt es leider nicht, es bleibt Ihnen nichts anderes übrig als dran zu bleiben und nicht aufzugeben!

5 Schritte zur neuen Gewohnheit

  1. Die Entscheidung zur Veränderung
  2. Schriftlicher Vertrag mit klarer Zieldefinition
  3. Durchführung der neuen Verhaltensweise für mindestens 21 Tage
  4. Festigung der neuen Routine für die nächsten 14 Tage
  5. Sie haben 35 Tage durchgehalten, belohnen Sie sich dafür!
Bildnachweis: Stuart Miles at FreeDigitalPhotos.net

4 Kommentare für “Sagen Sie schlechten Angewohnheiten für immer ade!

  1. Will auch gerade mal wieder mit dem Rauchen aufhören, seit letzten Wochenende. Habe also noch ein paar Tage vor mir. Was ist nach den 21 Tagen? Besteht dann die Gefahr, dass ich wieder rückfällig werde nicht mehr?

    • Hallo nellicat,
      die Gefahr eines Rückfalls besteht leider immer. Hältst du die 21 Tage durch, verfestigt sich dieses Verhalten aber in deinem Gehirn. Du musst dann nicht immer wieder neu beschließen, durchhalten zu wollen. Ich hab das auch hinter mir und lebe jetzt schon über 10 Jahre rauchfrei. Das schaffst du auch!

  2. Da ich auch eine alte Gewohnheit ablegen will, hat mich dein Artikel interessiert. Die „21-Tage-Regel“ kannte ich bisher nicht, probiere sie aber gerade aus. Bin jetzt bei Tag 15 und halte noch durch. Bin gespannt, ob es klappt.
    Danke, Peter

    • Hallo Peter,
      ich drück dir für die restlichen 6 Tage fest die Daumen. Melde dich doch anschließend bitte nochmals, damit wir wissen, ob du durchgehalten hast.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.