So klappt´s mit dem Glücklichsein – Oder: Wie die Positive Psychologie unser Leben bereichert

laughter-1532978_640 - s-w - palmeraWas machen glückliche Menschen anders oder besser? Und warum sind manche unglücklich, obwohl sie scheinbar alles haben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Wissenschaft der Positiven Psychologie. Und die hat Erfreuliches herausgefunden: Glücklich sein kann man lernen.

Die Wissenschaft vom Glück

Die Positive Psychologie, begründet durch Dr. Martin Seligman, ist ein Wissenszweig den es schon einige Zeit gibt, der sich aber erst seit kurzem intensiv damit befasst, was ein „gutes Leben“ ausmacht. Man geht der Frage nach, was nachhaltig mehr Glück bringt und erforscht, was Menschen zufriedener und gesund macht, anstatt danach zu suchen, was sie krank macht.

Da es Ereignisse gibt, die die Zufriedenheit dauerhaft beeinträchtigt, muss es scheinbar auch Umstände geben, die zum Ansteigen der Lebensfreude führt. Also lenkte man die Aufmerksamkeit  auf das, was Freude bereitet und zu innerem Wohlbefinden beiträgt. Herausgefunden hat man, dass es weitaus mehr Lebensqualität und Zufriedenheit bringt, auf die eigenen Stärken zu schauen und diese zu trainieren, als die Korrektur vermeintlicher Schwächen.

Glück ist Wohlbefinden, dessen man sich bewusst wird

Momentan vermitteln uns die Medien, dass unsere Welt von Unglück, Krieg, Katastrophen, politischen Skandalen und Terror beherrscht wird. All das existiert natürlich, und so wie es das auch früher schon gab, wird es das wahrscheinlich leider auch in Zukunft noch geben. Aber wird es besser dadurch, dass wir unsere gesamte Aufmerksamkeit darauf lenken? Bemerken wir das Schöne und das, was gut funktioniert gar nicht mehr?

Eine erste Antwort, die uns die Positive Psychologie hierzu liefert ist, dass wir unseren Blick auch auf das richten sollten, was gut läuft. Die Solidarität, die Anteilnahme und die Großzügigkeit in der Gesellschaft beispielsweise. Denn es gibt viele freiwillige Helfer und wohltätige Spender, die in Krisenzeiten einfach anpacken. Und das ist der schon der nächste Schritt, den uns die Forscher an Herz legen: Taten folgen lassen.

Glücks-Level steigern

Entschlüsselt man die Mechanismen des Glücklichseins gibt es fünf Grundtugenden, die nachweislich glücklicher machen: Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Weisheit, Mut Mäßigung und Transzendenz. Tugendhaftes Leben lässt die meisten an Langeweile und Verzicht denken. An Kirche, Frömmigkeit, Pathos oder verstaubte Philosophie. Es klingt vielleicht etwas altmodisch sollte aber etwas ganz normales sein, etwas das auch zu unserem modernen Leben passt. Denn Menschlichkeit und Gerechtigkeit  fordert jeder für sich selbst ein, also sollten wir sie auch anderen zugestehen. Und was soll gegen Weisheit und Mut sprechen? Und in unserer Überflussgesellschaft dürfen wir ruhig ein wenig mehr über Mäßigung nachdenken. Denn wenn man Mäßigung übersetzt mit Zurückhaltung, Bescheidenheit, also weniger Ego, auch emotional Maß halten, wer würde da nicht zustimmen?

Außerdem identifizierten Wissenschaftler einige Charakterstärken, die die Lebenszufriedenheit eindeutig steigern. Dazu gehören: Akzeptanz, Dankbarkeit, Vergebung, Großzügigkeit, Optimismus, Gelassenheit, Geborgenheit, Achtsamkeit, Vertrauen, Authentizität, Enthusiasmus, Neugier, Kreativität, Lernbereitschaft und Ausdauer.

Unter Charakterstärken versteht man die angeborenen und anerzogenen geistigen und seelischen Eigenschaften eines Menschen. Bezeichnen wir jemanden als charakterstark, beschreibt das jemanden, der integer, aufrichtig und werteorientiert ist. Menschen, die ihre Charakterstärken kennen und auch bewusst einsetzen, sind glücklicher, als  die, die nur ihre Schwächen sehen. Glücksfördernd sei vor allem auch die Selbstakzeptanz. Baut man seine Stärken ganz gezielt aus, steigt damit nachweislich die Zufriedenheit und Lebensfreude.

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Menschen, die ihren Kernstärken kennen und nach ihren Werten handeln und die Grundtugenden berücksichtigen, sind also um ein Vielfaches zufriedener und glücklicher. Um seinen Werten entsprechend zu leben, muss man sie aber erst einmal kennen. Hilfreiche Tipps dazu finden dazu  im  Artikel [Ein gelungenes Leben].

Eine weitere Möglichkeit, die eigenen Stärken zu finden, sind Charakter-Tests. Kostenlos und sehr zu empfehlen sind: Der Fragebogen von VIA (https://www.viacharacter.org/survey/account/register) VIA ist der bisher einzige freie psychometrisch gültige Stärken-Test.
Ebenfalls empfehlenswert ist der Persönlichkeitstest der Uni Zürich [http://www.persoenlichkeitsstaerken.ch/].
Und der Originalfragebogen von Martin Seligman [https://www.authentichappiness.sas.upenn.edu/testcenter] über die University of Pennsylvania.

Von Glücksforschern empfohlen

Es liegt in unserer Macht, zu entscheiden, ob wir unser Potential nutzen wollen. Richten Sie Ihr Augenmerk auf all das, was gut läuft in Ihrem Leben, realistisch ohne die Probleme zu verleugnen. Und binden Sie Ihre persönlichen Werte und Stärken in Ihr Leben ein, wenn Sie dauerhaft glücklicher werden wollen.

Wie man diese noch bewusster entwickeln und fördern kann, dabei helfen Ihnen diese 5 Schritte:

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  1. Dankbarkeit: steht für Anerkennung und Wertschätzung. Es fördert auch das eigene Selbstwertgefühl. Seien Sie dankbar, auch für die kleinen Dinge des Lebens.
  2. Positive Kommunikation: Machen Sie sich Ihre negativen Gedanken und einschränkenden Denkweisen bewusst. Wie sprechen Sie über sich selbst und über andere?
  3. Selbstfürsorge und Selbstakzeptanz: Akzeptieren Sie sich mit all Ihren Fehlern und Schwächen. Das hilft, auch die Fehler anderer Menschen besser zu akzeptieren.
  4. Mitgefühl und Hilfsbereitschaft leben: Gerade in einer Zeit, in der Ichbezogenheit stark wächst, ist Hilfsbereitschaft besonders wichtig.
  5. Beziehungen: Man sollte sich mit Menschen umgeben, die die eigenen Interessen, Stärken und Schwächen mit uns teilen. Gemeinsame Ziele, wie eine gleiche Weltanschauung, Sport oder Politik, sorgen für ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Bildnachweis:  ©pixabay

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