Warum jeder meditieren kann – Oder: Wie Sie leichter durchs Leben kommen

stockimages at FreeDigitalPhotos.netMeditieren, also den Geist zur Ruhe bringen, ist nicht ganz einfach, aber auch nicht wirklich schwierig. Die Übung macht´s, genau wie beim Joggen oder Klavierspielen. Während des Meditierens rückt der Alltag mit all seinen Aufgaben, Ängsten und Sorgen in den Hintergrund, die innere Wachheit schärft sich, während Körper und Seele gleichzeitig entspannen.
Lesen Sie, wie Sie Ihren persönlichen Weg zur inneren Ruhe finden.

Meditation macht glücklich und steigert die Lebensfreude

In unserem Kulturkreis wird die Meditation inzwischen unabhängig von einem religiösen Kontext als Technik zur Entspannung und Stressbewältigung genutzt. Und die gesundheitlichen Effekte der Meditation sind inzwischen durch wissenschaftliche Studien hinreichend bewiesen. Wer meditiert, wird innerlich ruhiger, gelassener und schärft seine Selbstwahrnehmung. Es hilft, gelassener mit körperlichen Erkrankungen und Schmerzen umzugehen.

Bestens dokumentiert ist, dass das Meditieren bei chronischen Schmerzen sowie bei Ängsten und Depressionen heilsam wirkt. Meditative Übungen reduzieren nachweislich krank machende Stresshormone und mindern dadurch Entzündungen im Körper, das Immunsystem wird gestärkt. Durch Meditation gelingt es, gelassener mit den Widrigkeiten des Alltags umzugehen. Vieles, was als Meditation bezeichnet wird, ist streng genommen keine Meditation im klassischen Sinn. Dazu gehören zum Beispiel Visualisierungen und Fantasiereisen, die zwar meditative Übungen sind, jedoch den Kern der Meditation nicht treffen. Auch wenn es kein richtiges oder falsches Meditieren gibt, kommt es auf die Qualität des Gewahrseins an, denn Meditation geht weit über die körperliche Entspannung hinaus. Durch Meditation kommen wir zu uns selbst, finden Ruhe und Gelassenheit.

Stille Achtsamkeit ist eine sehr lebendige Stille

Meditieren bedeutet, bei dem was man tut, völlig aufmerksam zu sein. Das hat mit der allgemeinen Vorstellung von Lotussitz, regungslosem Verharren in unbequemer Position in spiritueller Stille, wenig zu tun. Für eine meditative Übung braucht es keinen besonderen Ort, kein Meditationskissen oder bestimmte Kleidung. Es lässt sich überall und in jeder erdenklichen Position meditieren. Ziel einer Meditation ist erst einmal die Meditation selbst. Es geht zunächst darum, einfach nur wahrzunehmen, was geschieht. Meditieren bedeutet nichts tun, nichts erwarten, nichts forcieren. Nur gegenwärtig sein, also im Hier und Jetzt.
Sie sollten zu Anfang keine völlige innere Leere oder die totale Entspannung erwarten. Meditation ist das Gegenteil von Wille und Zwang. Und niemand kann durch alleinige Willenskraft entspannen. Selbst wenn man es sich einbildet, es funktioniert nicht, man erreicht vielleicht Ruhe, aber nicht wirklich eine tiefe Entspannung.

Eine aufmerksame Beobachterposition einnehmen

Auch aufkommende Gedanken können wir nicht durch unsere bloße Willenskraft stoppen, das funktioniert einfach nicht. Für die meisten Menschen ist es nicht einfach, aus dem hektischen Alltag in die Ruhe und Besinnlichkeit der Meditation zu kommen. Das Schwierigste dabei ist oft, unsere lauten Gedanken zu beruhigen. Gedanken kommen, ob wir das wollen oder nicht. Wir können uns nicht zwingen, nicht zu denken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der bloßen Beobachtung der Gedanken, um sie dann unkommentiert wieder gehen zu lassen. Das bedeutet, geduldig unsere Gedanken beobachten und sie auch wieder ziehen zu lassen, nicht auf sie einzugehen.

Durch konsequentes Üben kommt man dann in einen Bewusstseinszustand, in dem all die Alltagssorgen und Ängste in den Hintergrund rücken. Die Gedanken werden sich mit der Zeit beruhigen, sie werden weniger und die Abstände in denen Sie abschweifen werden immer größer. Dadurch entsteht nach und nach Stille. Die sogenannte Gedankenleere wird sich dann irgendwann von selbst einstellen. Wache Aufmerksamkeit bringt Stille von alleine mit sich. Durch die Stille und die Leere kommen wir in Kontakt mit unserer Intuition und Inspiration.

Wer regelmäßig meditiert, muss aber damit rechnen, dass sich sein Selbst- und Weltbild grundlegend wandeln wird. Sie werden viel über sich selbst erfahren, und sich selbst dabei immer besser kennen lernen. Jeder der meditiert, macht seine eigenen unvergleichlichen Erfahrungen. Dank des tiefen Entspannungszustandes erleichtert es aber auf jeden Fall den Zugang zur inneren Stimme, zur Stimme des eigenen Herzens.
Regelmäßig praktiziert steigert Meditation die Lebensfreude und macht glücklicher. Probieren Sie es aus, begeben Sie sich auf Ihren eigenen Weg zu einem leichteren Leben.

Jeder kann es lernen – ein Leitfaden

Sie können im Sitzen, Stehen oder Gehen meditieren, es ist keine besondere Haltung nötig. Ein aufrechter Rücken reicht völlig, er bewirkt, dass sich die Brust öffnet und der Atem frei fließen kann. Das Schwierigste daran ist lediglich, sich zirka 15 Minuten täglich die Zeit dafür zu nehmen.
Durch regelmäßiges, am besten tägliches Üben erreicht man mehr und mehr Geistesruhe. Es erfordert Disziplin, keine Frage. Deshalb ist es wichtig, die Meditationsform zu finden, die gut zu Ihnen passt:

Passive Meditationen:

  • Atemmeditation
  • Achtsamkeits- oder Einsichtsmeditation, dabei geht es um die Selbstbeobachtung des Körpers, der Gedanken und Gefühle
  • Transzendentale Meditation, hierbei werden geistige Mantras wiederholt

Aktive Meditationen:

  • Tai-Chi
  • QiGong
  • einige Varianten des Yoga
  • Gehmeditation des Zen

Anleitung zur Atemmeditation:

Bei dieser Form der Meditation nimmt man die Beobachtung des Atems zu Hilfe, um die Gedanken zur Ruhe zu bringen.
Nehmen Sie bewusst wahr, wie der Atem fließt. Wie er von selbst kommt und wieder geht, ganz zwanglos. Beobachten Sie den Atem, sein Ein- und Ausströmen, beeinflussen Sie ihn aber nicht. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit bei der Ein- und Ausatmung auf einen Punkt unter Ihrer Nase, an dem Sie die Atmung spüren, beim Einatmen spürt man hier einen kalten Luftzug, beim Ausatmen eine wärmere Atemluft. Jetzt beobachten Sie einfach den Atem, wie er an der Nasenspitze sanft ein und ausströmen kann.

Achten Sie darauf, wie sich Ihr Bauch beim Einatmen weitet und wie der Luftstrom die Oberlippe beim ausatmen passiert. Das Ziel ist es jetzt, während der Meditation, den Atem bewusst zu beobachten. Dabei registrieren wir, dass unentwegt Gedanken in uns aufkommen, die unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und von der Beobachtung des Atmens ablenken. Registrieren Sie es und dann kehren Sie wieder zu Ihrem Atem zurück.

Wenn Ihr Geist zu unruhig ist, können Sie ihn mit einem sogenannten Zähl-Mantra ablenken. Dabei sprechen Sie im Geiste eine langgezogene Eins bei der Einatmung und eine langgezogene Eins bei der Ausatmung, dann eine Zwei bei der nächsten Ein- und Ausatmung usw.
Wandern die Gedanken trotzdem immer wieder ab, lassen Sie sie einfach da sein und vorbei ziehen. Und dann kehren Sie zu Ihrem Atem zurück. Legen Sie vorher fest, wie lange Sie meditieren wollen und halten Sie diese Zeit durch, egal wie häufig Sie abschweifen. Stellen Sie sich einen Timer, Meditations-Timer finden Sie kostenlos im Netz, auch als App.

www.onlinemeditationtimer.com
www.insightmeditationcenter.org/meditation-timers

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Ein Kommentar für “Warum jeder meditieren kann – Oder: Wie Sie leichter durchs Leben kommen

  1. Meditation ist eine wunderbare Art, zu mehr Achtsamkeit und auf diese Weise zu besserer Intuition und Lebensfreude zu finden. Wer meditiert, kann leichter mit Stress umgehen und Stress abbauen, und sich dem Leben bewusster widmen 🙂

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