Warum wir uns aktiv krank machen

aslysun-at-shutterstock_437457028-swJeder zweite Deutsche hetzt sich jahrelang in Jobs ab, die er als sinnlos und belastend empfinden. Schon der Gedanke an die Arbeit verursacht Stress und schlechte Laune. Dennoch halten überraschend viele Menschen an ihrer ungeliebten Arbeit fest, mit fatalen Folgen für die Gesundheit.

Gehören Sie auch zu denen, die sich schon montags auf das Wochenende freuen und jeden Tag den erhofften Feierabend herbei sehnen? Die versuchen, den Arbeitstag irgendwie hinter sich zu bringen und sich dann abends davon erholen müssen? Die nur fürs Wochenende leben und selbst Sonntagabend schon schlechte Laune kriegen wegen des bevorstehenden Montagmorgen? Oder herrscht bei Ihnen bereits permanent miese Stimmung?

Fakt ist…

52 Prozent der Deutschen geben an, unzufrieden in ihrem Job zu sein. Ob man den falschen Beruf ausgewählt hat oder sich nur für den falschen Arbeitsplatz entschieden hat, ist dabei unerheblich. Schlechte Arbeitsbedingungen, mobbende Kollegen, cholerische Chefs, all das wird geduldig ertragen. Die spitzen Ellenbogen, der Erfolgsdruck, die nicht bezahlten Überstunden, der Dauerstress hinterlässt nicht selten ein Gefühl der Hilflosigkeit und der Wut. Diese Wut wird dann nicht selten an der Familie und Freunden ausgelassen oder an der freundlichen Verkäuferin im Supermarkt. Andere betäuben sich mit Alkohol, Drogen oder Tabletten.

Dabei bringt selbst der beste Job der Welt nichts, wenn er depressiv und krank macht. Und doch stellen viele ihre Gesundheit hinten an und fügen sich Tag für Tag in ihr scheinbares Schicksal, weil sie glauben, keine Alternative zu haben.

Fakt ist aber auch…

diese Art zu leben macht krank. Wer zu lange in einem Job bleibt, der ihn wirklich unglücklich macht, verliert nicht nur an Lebensqualität. Wird der tägliche Gang zur Arbeit als belastend empfunden, wirkt sich das verheerend auf die Gesundheit  aus. Für den Körper bedeutet das Dauerstress. Erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmt, sind Lustlosigkeit, Antriebsschwäche, andauernde Traurigkeit oder chronische Müdigkeit.

Kein Job der Welt ist es wert, seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen und kein Chef sollte so viel Macht über uns haben, dass er uns krank macht. Wenn Sie sich schon längere Zeit unglücklich fühlen, sobald sie an die Arbeit denken, dann ist es vielleicht an der Zeit, sich nach etwas Neuem umzuschauen.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

roman-002-verkleinertDenn was sich falsch anfühlt, ist auch falsch! Leider kann nicht jeder seine Berufung zum Beruf machen. Die wirtschaftlichen Aspekte lassen vor einem Wechsel zurückschrecken. Und für jeden, der noch eine der aussterbenden unbefristeten Stellen hat, kommt eine Kündigung wahrscheinlich überhaupt nicht infrage.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten für Veränderungen. Versuchen Sie als erstes zu analysieren, wo das eigentliche Problem liegt. Was missfällt Ihnen? Ist es die schlechte Bezahlung? Fühlen Sie sich unterfordert oder überfordert? Stimmen die Arbeitszeiten nicht mit Ihrer Lebensplanung überein? Gibt es Kollegen, mit denen Sie nicht zu Recht kommen?

Was es auch ist, versuchen Sie es zu verändern. Sprechen Sie mit Ihrem Chef, den Kollegen, dem Betriebsrat oder lassen Sie sich extern beraten. Vielleicht gibt es Möglichkeiten innerhalb der Firma den Arbeitsplatz zu wechseln. Es muss auch gar nicht die Tätigkeit selbst sein, die zufrieden macht. Es kann genauso das nette Arbeitsklima, die Gespräche mit den Kollegen oder der Kontakt mit Kunden sein, was die Arbeit aufwertet. Sollten Sie innerlich allerdings schon gekündigt haben, dann kommt auch nur noch ein Jobwechsel in Frage. Manchmal ist es einfach gesünder einen schlechter bezahlten Job anzunehmen, als ausgebrannt zu sein.

Denn nichts ist so ungesund, wie auf Dauer ein Leben zu führen, das man eigentlich nicht führen will. Arbeit muss nicht glücklich machen, sie sollte aber auf keinen Fall unglücklich oder gar krank machen.

Bildnachweis:©aslysun at shutterstock / ©roman

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