Wie Sie selbstbestimmt und erfolgreich Ihren Weg gehen – oder: Die Mär vom übelriechenden Eigenlob 

stockimages at FreeDigitalPhotos.net Manche Menschen halten Eigenliebe für nicht erstrebenswert, gar falsch. Vielleicht, weil sie sie mit krassem Egoismus oder Narzissmus verwechseln. Mit Selbstliebe ist aber nicht die Selbstverliebtheit eines eitlen Gockels gemeint, es bedeutet vielmehr, sich seines wahren Wertes bewusst zu sein. Sich anzuerkennen, als das, was man ist und sich so anzunehmen, wie man ist.

Sich selbst zu lieben hat viele Vorteile!

Sich selbst lieben ist mehr ein Bewusstseinszustand als ein Gefühl. Es bedeutet, sich mit allen Eigenschaften anzunehmen, den Guten und auch allen „Fehlern“. Sich komplett zu akzeptieren, mit allem was einen Menschen ausmacht, ist nicht immer leicht. Viele glauben, sich erst lieben zu können, wenn sie ihre Schwächen ausgemerzt haben und perfekt sind. Menschen sind nun mal aber nicht vollkommen.

Der Ursprung eines schwachen Selbstwertgefühls liegt meistens in der Kindheit, und in den Erfahrungen, die ein Mensch im Laufe seines bisherigen Lebens gemacht hat. Erzogen wurden wir in dem Bewusstsein, dass Eigenlob stinkt und dass wir selbstlos zu sein haben. Wurden Sie gelobt oder eher kritisiert? Wer viel Kritik einstecken musste, sieht meist nur noch die Fehler. Das, was uns gelingt, halten wir für selbstverständlich. Warum sollte man uns dafür loben? Damals hatten wir keine andere Möglichkeit als den Aussagen unserer Eltern zu glauben. Als erwachsene Menschen sind wir jedoch in der Lage unsere Annahmen und Überzeugungen zu überprüfen. Wir können neu entscheiden, ob wir weiter an falschen Glaubenssätzen festhalten oder umdenken wollen.

Selbstliebe heißt auch, sich seiner Bedürfnisse bewusst zu sein

Den größten Einfluss auf das Maß unserer Selbstliebe haben aber unsere Gedanken. Wie wir über uns denken und reden beeinflusst uns, unsere Gefühle und unser Handeln. Wenn wir kleinmachende und vernichtende Gedanken denken, erzeugt das auch kleinmachende Gefühle. Denke ich, dass ich keine Liebe verdiene, werde ich immer Situationen finden, die mich in meinen selbstverachtenden Gedanken bestätigen. Wenn ich aber liebevoll und wohlwollend von und über mich rede, macht mir das ein gutes Gefühl. Und wenn es mir gut geht und ich mich wohl fühle, dann kann ich diese Lebensfreude auch mit anderen teilen.

Den inneren Dialog verändern braucht Übung und Geduld

Aus der Psychologie weiß man, dass zwischen dem was wir denken und dem was wir sagen oder tun häufig eine große Diskrepanz herrscht. Das heißt, wir meinen, gut über uns zu denken, im Unbewussten fehlt es aber häufig an der eigenen Wertschätzung. Wir müssen erst einmal unseren inneren Kritiker entlarven um ihn dann zu entmachten. Stoppen Sie sich selbst, wann immer Sie Kommentare denken wie „Ich blöde Kuh…“, warum mach ich immer alles falsch“.

Versuchen Sie aber nicht die negativen Gedanken zu unterdrücken. Zahlreiche psychologische Studien haben bewiesen, dass das sowieso nicht funktioniert. Je emotionaler die Situation, desto eher setzt sich der Gedanke im Kopf fest. Besser, Sie machen sich Ihre Kritik bewusst und ersetzen solche Gedanken durch etwas Versöhnliches wie beispielsweise: „Das war nicht so toll, also noch mal“ oder „Naja, schief gelaufen, morgen wird´s besser.“ Und machen Sie sich bewusst, jeder Mensch macht Fehler, und Sie sind auch nur ein Mensch. Wenn wir uns in Erinnerung rufen, was wir schon alles erreicht haben, können wir aus der ewigen Spirale ausbrechen, die aus Überforderung, Erschöpfung, verbesserter Selbstoptimierung, mehr Leistung und wiederum Überforderung besteht.

Wir sollten begreifen, dass Eigenlob nicht stinkt, sondern den Duft nach mehr Lebensfreude versprüht.

10 Tipps zu mehr Selbstliebe

  1. Eine positive Grundeinstellung hilft

Wie oft machen wir uns über andere lustig, verurteilen sie und denken schlecht von ihnen? Und wir glauben, dass andere auch so über uns denken und reden und deshalb fühlen wir uns häufig verunsichert. Versuchen Sie doch einmal anderen Menschen mit einer positiven Einstellung entgegen zu treten. Sie werden sehen, gleich fühlen Sie sich wohler.

  1. Behandeln Sie sich selbst wie einen Freund

Die wichtigste Beziehung in Ihren Leben ist die Beziehung zu sich selbst. Sich ein guter Freund zu sein bedeutet, sich mit dem gleichen Respekt zu behandeln, den man Freunden entgegenbringt. Oder kritisieren Sie ständig Ihre Freunde? Unterstützen und respektieren Sie nicht die Entscheidungen Ihres besten Freundes? Ein guter Freund akzeptiert Sie, genauso wie Sie sind. Er steht Ihnen bei, muntert Sie auf, respektiert Sie und zeigt Verständnis. Aber respektieren Sie sich selbst? Seien Sie sich ein guter Freund, so wie Sie es anderen gegenüber sind.

  1. Loben Sie sich  

Schreiben Sie Ihr Erfolgstagebuch. Notieren Sie sich täglich 5 Dinge, die Sie gut gemacht haben, die Ihnen in Ihrem Alltag gelungen sind. Blättern Sie immer wieder in diesem Buch und feiern Sie Ihre Erfolge.

  1. Lernen Sie, mit Kritik umzugehen

Nicht immer ist Kritik konstruktiv, manchmal richtet sie sich direkt gegen die eigene Persönlichkeit. Dann trifft sie uns tief und erschüttert unser Selbstbewusstsein. Diese Art von Kritik sollte man sich allerdings nicht zu Herzen nehmen. Vielleicht versucht jemand Sie zu beleidigen nur um sich selbst besser zu fühlen. Lassen Sie nicht zu, dass Kritiker so viel Macht über Sie haben. Für konstruktive Kritik sollten Sie offen sein, aber entscheiden Sie immer in aller Ruhe, ob Sie dieser Meinung folgen wollen.

  1. Fordern Sie Respekt

Lassen Sie sich nicht respektlos behandelt. Wenn Sie anderen Menschen erlauben, mit Ihnen respektlos umzugehen, ist das ein Signal an Ihr Selbstbewusstsein „Ich bin nicht gut“. Fordern Sie einen respektvollen Umgang ein. Aber zuallererst respektieren Sie sich!

  1. Begrüßen Sie Ihr Spiegelbild

Schauen Sie sich morgens im Spiegel an und begrüßen sich liebevoll, so wie Sie einen guten Freund begrüßen würden. Ohne Beurteilung, ohne kritischen Blick. Dann sagen Sie sich „Ich mag mich“. Anfänglich sagen Sie es vielleicht noch ein wenig zögerlich, wenn Sie diese Übung aber regelmäßig durchführen, werden Sie nach kurzer Zeit eine starke Wirkung bemerken.

  1. Verzeihen Sie

Um in die Selbstliebe zu kommen ist es wichtig, alles Belastende aus der Vergangenheit los zu lassen. Wem müssen Sie noch etwas verzeihen? Schreiben Sie ihm/ihr einen Brief, bringen Sie alle Vorwürfe zu Papier, lesen ihn noch einmal durch und dann zerreißen Sie ihn und werfen ihn weg.

  1. Ihr Liebesbrief

Machen Sie sich eine Liebeserklärung, schreiben Sie einen Liebesbrief an sich selbst. Das wirkt sich spürbar positiv auf die eigene Selbstliebe aus. Wenn Sie das zum ersten Mal machen, kann es sich seltsam anfühlen. Schreiben Sie über Ihre positiven Eigenschaften und Ihre Stärken. Oder schreiben Sie sich selbst eine Postkarte, vielleicht mit ein paar aufmunternden Worten, sollten Sie vor einer schwierigen Situation stehen.

  1. Schreiben Sie Ihre Gefühle auf

Führen Sie Tagebuch und schreiben Sie über Ihre tiefsten Gedanken und Gefühle. Laut neuester Studien hilft das Niederschreiben der eigenen Gedanken, einen besseren Durchblick auf seine Gefühlswelt zu erhalten. Negative Gedanken sind danach wie abgearbeitet.

  1. Eine Minute täglich

Nehmen Sie sich pro Tag eine Minute Zeit, in der Sie alle Dinge aufzählen, die Sie an sich mögen. Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, wiederholen Sie einfach ein paar Beschreibungen. Während der Aufzählung werden Sie sich immer besser fühlen und darauf kommt es an. Oder zählen Sie auf, wofür Sie dankbar sind. Auch das schult den Umgang mit den eigenen Gefühlen.

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