Wie Worte auf unsere Gesundheit wirken

artur84 at FreeDigitalPhotos.netNur allzu oft gehen wir gedankenlos mit Worten um, dabei ist Sprache so viel mehr als nur Kommunikation. Sie ist die Verpackung unserer Gedanken und hat einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Kennen Sie eigentlich Ihren persönlichen Sprachgebrauch? Sagen Sie wirklich immer das, was Sie meinen und meinen Sie das, was Sie sagen? Ist Ihren bewusst, dass das, was Sie sagen sowohl auf Ihre als auch auf die Gesundheit Ihres Gesprächspartners einwirkt?

Unsere Sprache ist die direkte Form der Kontaktaufnahme, doch wissen wir wirklich immer, wie wir verstanden werden? Oft sind wir uns der wahren Bedeutung unserer Sprache gar nicht bewusst. Und doch ist unsere Wortwahl ein Spiegelbild unseres eigenen Innenlebens. Sprache verrät beispielsweise unser Denkmuster und unsere Einstellung zum Leben. Sagen wir häufig Sätze wie „ich versuche es“ oder „eigentlich geht es mir gut“, „vielleicht“, „irgendwie“ oder „wahrscheinlich“, zeugt das nicht gerade von einer starken Persönlichkeit. Nicht selten verwenden wir Formulierungen wie „ich muss“ oder „ich mach mal schnell“. Wer solche Ausdrücke verwendet, setzt sich selbst unter Druck.

Unser Leben ist das, was unsere Worte daraus machen

Je nachdem wie man Sprache anwendet, hat sie eine positive oder eine negative Wirkung. Ein Wort oder Satz sendet einen äußerlichen Reiz und das Gegenüber reagiert, sichtbar oder unsichtbar. Man kann nicht nicht reagieren. Worte hinterlassen emotionale und körperliche Spuren, auch bei uns selbst. Sie wirken immer, entweder aufbauend oder kränkend, Mut machend oder tief verletzend. Mittlerweile beschäftigen sich Hirnforscher mit dem Zusammenspiel von Denken und Sprache. Sie fanden bestätigt, dass Worte unser Denken und Fühlen prägen. Wer jemals eine Liebeserklärung bekommen hat, weiß, wie Sprache berühren kann. Mit Worten kann ich mich und andere groß oder klein machen. Sprechen wir beispielsweise über etwas wofür wir uns schämen, löst das nachweislich Stresssymptome in unserem Körper aus.

Jeder hat auch schon einmal erfahren, wie verletzend Worte sein können. Dass Worte „getroffen haben, wie ein Schlag in die Magengrube“. Im Volksmund finden sich viele dieser zutreffenden Aussprüche über Zusammenwirken von Sprache, Gedanken und körperlichem Befinden.
Menschen, die einen grippalen Infekt haben, äußern sich häufig über ihre momentane Lebenssituation, dass sie „die Nase voll haben“. Wem „die Galle überläuft“ oder dem eine „Laus über die Leber läuft“, der ärgert sich häufig und erkrankt nicht selten an Gallensteinen oder Koliken. Und wer „ein Problem mit sich herumträgt“, der leidet oft unter Rückenschmerzen. All diese Formulierungen werden nicht zufällig gewählt. Sprache drückt unsere innere Einstellung zu uns selbst und unserem Leben aus. Man muss nur genau hinhören.

Viele Redewendungen, die wir im täglichen Miteinander verwenden, sind ebenfalls negativ formuliert: „ich fühl mich kaputt“, „das hab ich schon hundertmal erklärt“, „du bist schuld“ oder häufig auch in Befehlsform ausgedrückt: „knall die Tür nicht so“, „hör mir zu“, „mach keinen Blödsinn“. In Streitgesprächen verwenden wir auch gerne „harte Worte“, als könnten wir uns ohne nicht verständlich machen. Dabei schaffen wir damit eine ablehnende Stimmung. Aber nicht, weil unsere Sprache negativ ist, sondern weil wir sie negativ verwenden.

Selbst wenn wir etwas vermeintlich positiv meinen, benutzen wir Bemerkungen wie: „kein schlechter Gedanke“, „ich kann nicht klagen“, „du hast nicht ganz Unrecht“, „gar nicht so schlecht“, „da kann man nicht meckern“, „das hast du aber schön gemacht“. Was hindert uns daran, die Dinge einmal anders auszudrücken, positiv bejahend, also motivierend und sagen einfach: „toll gemacht“.

Unser innerer Dialog findet auch mit Wörtern statt

In den Buchläden gibt es jede Menge Ratgeber zum Thema Wirkweise der Sprache, Kommunikationshelfer für Beziehungen und Job und zum Politikverständnis. Aber kaum einer berücksichtigt die Auswirkung der eigenen Sprache auf uns selbst. Worüber und wie sprechen Sie zum Beispiel über sich? Welche Themen beherrschen Ihren Alltag? Beim Small Talk reden viele gerne über die „elenden Politiker“, die „misslichen Zeiten“, über die „verhängnisvollen Finanzkrisen“ und über das Dauerthema Krankheiten.
Über all das Negative zu sprechen, wirkt auf unsere Seele und macht sie schwer. Vielleicht kennen Sie das auch, nach einem vermeintlich harmlosen Gespräch über all Ihre Erkrankungen, fühlen Sie sich anschließend noch kränker, bedauernswerter und trostloser. Oder nach einer bösen Lästerattacke merken Sie, dass Sie sich jetzt genauso schlecht fühlen, wie Sie gerade geredet haben. Mit einer resignierten Sprache fühlen Sie sich auf Dauer auch resigniert.

Benutzen Sie eine gesunde Sprache?

Mit unseren Worten beeinflussen wir also uns und andere Menschen, deshalb sollten wir mit der Kraft des Wortes sehr bewusst und verantwortungsvoll umgehen. Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken, wusste schon Samuel Johnson (1709 – 1784), ein englischer Sprachforscher.

Finden Sie Ihre eingefahrenen negativen Sprachmuster und richten Sie Ihre Gedanken positiv aus. Es gibt keine falschen oder richtigen Formulierungen, finden Sie heraus, was Ihnen gut tut. Überprüfen Sie Ihren inneren Dialog auf deren Wirkung. Das kostet zu Beginn viel Willenskraft. Doch wenn Sie durchhalten, werden sich Ihre Stimmung und die Stimmung in Ihrem Umfeld deutlich verbessern.
Werden Sie sich Ihrer gesprochenen Worte bewusst und sagen Sie nur noch das, was sie auch meinen. Das kommt nicht nur dem eigenen Wohlbefinden zugute, sondern trägt auch zu einer klareren und angenehmeren Kommunikation mit unseren Mitmenschen bei.

Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Handlung.
Achte auf Deine Handlung, denn sie werden Deine Gewohnheiten,
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Talmud

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Ein Kommentar für “Wie Worte auf unsere Gesundheit wirken

  1. Sie haben mir mit Ihrem Artikel aus der Seele gesprochen. Eben habe ich im Bus wieder ein Gespräch mitgehört, da haben sich mir die Nackenhaare aufgestellt. So lieblos und gedankenlos, wie heute mit Sprache umgegangen wird, ist kaum noch zu ertragen.
    Darauf kann man nicht oft genug aufmerksam machen, danke.
    Weiter so!

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